Dow-Rückzug bedroht Zukunft des Chemiedreieck – Weckruf für Industriepolitik und Standortschutz

Janina Böttger

Die angekündigte Schließung zentraler Dow-Standorte in Schkopau und Böhlen bis Ende 2027 ist ein Schock für die gesamte Region und eine Zäsur für die ostdeutsche Industrie. 550 Arbeitsplätze sind direkt bedroht. Hinter dieser Zahl stehen Familien, Existenzen und die Zukunft des mitteldeutschen Chemiedreiecks.

Eine Stilllegung der Anlagen, darunter der für die gesamte Wertschöpfungskette entscheidende Steamcracker in Böhlen, würde das industrielle Herz von Sachsen und Sachsen-Anhalt treffen. Diese Werke sind nicht nur Schlüsselstandorte des Konzerns, sondern auch tragende Säulen für Zulieferer, Handwerk und regionale Entwicklung. Der Rückzug eines US-Konzerns aus einer industriellen Kernregion offenbart die Schwächen der aktuellen Standortpolitik und die Risiken der neuen US-Industriepolitik für Europa.

Für Die Linke ist klar, der Erhalt der Standorte muss höchste Priorität haben:

Alle Optionen auf den Tisch: Für den Erhalt der Standorte muss gekämpft werden. Auch Bundes- und Landesbeteiligungen dürfen kein Tabu sein - der ostdeutsche Chemiestandort ist systemrelevant. Gewerkschaften und Beschäftigte fordern Zeit für die Suche nach neuen Betreibern und Investoren.

Langfristige Industriepolitik: Um dauerhafte Deindustrialisierung zu verhindern, braucht es gezielte Förderprogramme für die Ansiedlung neuer, zukunftsfähiger Industrien - insbesondere im Bereich nachhaltiger Technologien und innovativer Produktion.

Souveränität sichern: Es braucht eine industriepolitische Strategie im Handelskonflikt zwischen den USA und Europa, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Ostdeutschland sichert.

Die Zukunft des mitteldeutschen Chemiedreiecks steht auf dem Spiel. Jetzt ist entschlossenes politisches Handeln gefragt - für die Beschäftigten, die Region und ostdeutsche Industrie.